Die Geschichte von meist wohlhabenden Menschen, die sukzessive alles verlieren und damit verbunden aus ihrem sicheren sozialen Gefüge fallen, ist ein beliebtes Thema sowohl in der Literatur als auch Filmkunst. Bereits 1957 verfilmte Jack Arnold („Tarantula“, 1955) mit „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“ („The Incredible Shrinking Man“) eine solche Story in Form eines Horrordramas, in dem ein Mann plötzlich aus unerklärlichen Gründen immer kleiner wird, bis er schließlich als Winzling u.a. gegen die eigene Hauskatze fliehen muss, die in gern als Beute schnappen möchte. Der französische Oscar-Preisträger Jean Dujardin („The Artist“, 2011) wollte diesen Klassiker neu auflegen – und fand in Regisseur Jan Kounen („Doberman“, 1997) der perfekten Partner für das Projekt.
Paul (Dujardin) hat eine eigene Firma als Bootsbauer und lebt mit Frau und Kind in einer komfortablen Villa mit Blick auf den Atlantik. Das Familienleben ist harmonisch und bis auf einen säumigen Kunden und einer sich andeutenden allgemeinen Auftragsflaute scheint kein Wölkchen sein privates und berufliches Glück zu trüben. Da wundert es ihn zunächst wenig, als er feststellt, dass eines seiner Hemden beim Anziehen plötzlich etwas zu groß wirkt. Als sich dies jedoch fortsetzt und er in Alltagssituationen immer wieder seltsame Größenunterschiede festzustellen glaubt, begibt er sich doch zum Arzt. Und tatsächlich: Paul schrumpft. Immer weiter. Sein ganzer Körper, sämtliche Organe, nur die Kleidung nicht. Nach wenigen Monaten ist er kaum noch zu sehen – außer für die Katze, Insekten, dem Hausfisch und eine Kellerspinne, die ihn nur zu gerne in ihrem Netz auffinden würde.
Griff Regisseur Arnold in den 1950er-Jahren noch auf übergroße Setbauten und einfache optische Effekte zurück, um die Verkleinerung seiner Hauptfigur zu simulieren, so kann sein Kollege Kounen für sein Remake inzwischen natürlich mittels moderner Technik aus dem Vollen schöpfen. Doch tut er dies behutsam und nie des Effekts wegen. Ihn interessiert mehr die Psychologie seiner Figuren, allen voran natürlich Paul, und was diese nur körperliche, äußere Veränderung mit dem Familiengefüge sowie Pauls Selbstbild macht. Damit folgt Kounen seinem Kollegen von vor 70 Jahren – und erschafft so ein weitaus wirkungsvolleres Werk als ‚nur‘ einen amüsanten Gruselstreifen.
„Der Mann, der immer kleiner wurde“ ist ein gelungenes, technisch versiert inszeniertes und mitreißendes Werk, das inhaltlich und schauspielerisch ebenso punktet wie optisch. Toll!
Die DVD/Blu-ray bietet den Film in französischer Original- sowie deutscher Synchronsprachfassung. Deutsche Untertitel auch für Hörgeschädigte sind optional zuschaltbar. Als Bonus gibt es ein ausführliches Making of und Trailer. „Der Mann, der immer kleiner wurde – Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ erscheint bei Leonine Studios und ist seit 6. März 2026 auch digital erhältlich. (Packshot + stills: © Leonine)






















