Now You See Me: Now You Don't
Ganze neun Jahre sind vergangenen, seit das Magier-Team um Daniel (Jesse Eisenberg) mit seinen zauberhaften Künsten die Welt vor einem Bösewicht bewahrte (Rezension zu „Die Unfassbaren 2“ HIER). Nun kommen sie ungewollt noch einmal zusammen, nachdem sie unabhängig voneinander eine mysteriöse Tarot-Karte erhalten haben, die sie ins belgische Antwerpen locken sollte. Schnell wird klar, dass der Absender ganz bewusst die „Reiter“ ausgewählt hat, um die skrupellos agierende Diamanten-Händlerin Veronika Vanderberg (Rosamund Pike) zu Fall zu bringen. Zwar gelingt es zunächst, ihr wertvollstes Glitzersteinchen zu entwenden. Doch Vanderberg weiß sich zu wehren und verstrickt ihre Gegner in ein Katz-und-Maus-Spiel, das sie alle schließlich bis nach Abu Dhabi führt.
Nun also eine dritte Episode und wieder sind (fast) alle mit am Start. Dass die Darsteller große Freude am Wiedersehen hatten, ist unübersehbar. Es wird viel gelächelt, hier und da ein kleiner witziger Seitenhieb verteilt und überhaupt sehen alle sehr erholt und frisch aus. Das ändert sich auch im weiteren Verlauf der Handlung kaum, selbst wenn es einmal brenzlich wird. Was das Grundproblem des Films bereits andeutet: Spannung, Suspense oder ein Gefühl der Bedrohung für die Protagonisten entwickeln sich kaum. Stattdessen muss auf der Tonspur mehrmals daran erinnert werden, dass die Gegnerin ‚böse‘ ist und ‚über Leichen geht‘ (was sie tatsächlich tut), doch dies auch inszenatorisch oder inhaltlich zu spiegeln, verpassen Regie (Ruben Fleischer) und Skript (immerhin vier(!) Autoren) leider völlig. Überhaupt stehen die Figuren vornehmlich irgendwo zusammen rum und erklären sich die Szenerie ständig. Bewegung wird suggeriert und doch sind es nur Setpieces, die aneinandergefügt werden, jeweils mit einem neuen Rätsel versehen, das es zu lösen gilt. Oder böse(r) formuliert: Schöne, lächelnde Menschen springen einem überlangen Youtube-Video gleich von einem Ort zum nächsten, sprechen affektiert ihre Dialogfetzen runter und warten anschließend auf den nächsten Szenenwechsel. Das ist alles professionell umgesetzt, keine Frage, nur gleicht es eher dem Besuch eines Fast-Food-Restaurants, das für den Moment beglückt, zehn Minuten nach Verlassen der Lokalität (= des Kinosaals) jedoch wieder vergessen ist.
Das Einzige, über das eventuell anschließend noch gesprochen wird, ist womöglich die zu sehende Rennstrecke in Abu Dhabi („Yas Marina Circuit“), die bekannterweise direkt durch ein Hotel führt. Beeindruckend? Ja. Und doch mit einem Geschmäckle versehen, zumal „Die Unfassbaren 3“, ebenso wie inzwischen sehr sehr viele Hollywood-Produktionen, auch im ungarischen Budapest gedreht wurde. Beide Länder, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ungarn, sind autoritär geführte Staaten, schränken – in unterschiedlichem Ausmaß – Meinungsfreiheit ein und gehen repressiv gegen Kritiker vor. Es wäre zu wünschen, dass dies bei der Auswahl von Produktionsstandorten mehr Beachtung finden würde und – wenn möglich – Konsequenzen hätte.
„Die Unfassbaren 3“ ist ein im besten Sinne „okay-er“ Streifen, der leichte Unterhaltung präsentiert, weder inhaltlich noch darstellerisch fordert und in seiner unbekümmerten Art schön anzusehenden Eskapismus bietet. Gibt Schlimmeres.
Die DVD/Blu-ray/Ultra HD Blu-ray bietet den Film in englischer Original- sowie deutscher Synchronsprachfassung. Deutsche Untertitel (auch für Hörgeschädigte) sind optional zuschaltbar. Als Bonus gibt es diverse Featurettes zur Entstehung, gelöschte Szenen, einen Audiokommentar und Trailer. „Die Unfassbaren 3“ erscheint bei Leonine Studios und ist seit 6. März 2026 auch digital erhältlich. (Packshot + stills: © Leonine)
















