Football. Family. God.
Vielleicht muss mensch diesen Sport mit der Muttermilch aufgesogen haben, um ihn zu verstehen. Oder um zumindest die Begeisterung dafür teilen zu können. Doch wer, wie der Autor dieser Zeilen, mit American Football keinerlei Berührungspunkte hat, wird möglicherweise auch mit dem Film „Him“ von Justin Tipping ein wenig hadern. Denn dies ist eine Parabel – auf die Sportart selbst, die Mechanismen der Branche und die Ausbeutung der Spieler. Und eine ziemlich verkopfte dazu.
Das Jungtalent Cameron Cade (Tyriq Withers) steht vor einer großen Football-Karriere, als er bei einem Angriff verletzt wird. Um wieder in Form zu kommen – und auch, da er ein großer Fan ist –, nimmt er das verlockende Angebot des früheren Mehrfach-Champions Isaiah White (Marlon Wayans) an, auf dessen abgelegenem Anwesen ein paar Trainingswochen zu absolvieren. Diese sind von Isolation, physischer und psychischer Gewalt sowie einem sehr seltsamen Benehmen aller dort Anwesenden gekennzeichnet. Schon bald stellt sich für Cameron die Frage, ob er dies seiner Karriere willen mitträgt – oder aufbegehrt.
Die Prämisse ist zweifellos reizvoll: Ein Blick hinter die Kulissen der Sport- und Managementbranche, auf den Leistungsdruck, dem die Sportler permanent ausgesetzt sind, und auf die Verlockungen des frühen Wohlstands dank der Unsummen, die die Stars inzwischen erhalten. Womöglich ist es auch genau das, was Regisseur Tipping seinem Publikum in „Him“ präsentiert – nur leider ohne es dabei an die Hand zu nehmen. So sind religiöse Bezüge ebenso zu entdecken wie Seitenhiebe auf Medienrummel und übertriebenen Fankult. Nur wirken diese selbst beim aufmerksamen Schauen des Films eher wie Zufallsfunde denn wie intendiert hinterlassene Anspielungen. Dies alles kulminiert in zunehmend der Realität entfliehenden Szenen, deren Deutung sukzessive anstrengt.
Doch möglicherweise entstehen diese Fragezeichen nur bei all jenen, denen die Regeln in und um die Football-Welt fremd sind. Fans und Kenner hingegen erkennen vielleicht Codes, Zitate und ‚inside jokes‘, die einem Rezensenten wie mir ob meiner Unkenntnis verborgen bleiben. Einig sind wir uns auf jeden Fall bei der Bewertung der Darsteller: Vor allem Wayans, bisher vornehmlich in derb-doofen Komödien unterwegs („Scary Movie“, „White Chicks“), weiß als unantastbarer, selbstbewusster Star der Football-Liga zu beeindrucken.
Ein bisschen fühlt sich „Him“ an wie der lang erwartete Besuch im Stadion, wenn das eigene Lieblingsteam spielt: Die Erwartung ist hoch, das Match ist passabel, doch am Ende geht mensch trotzdem unzufrieden nach Hause, da die große Überraschung auf dem Spielfeld/der Leinwand ausgeblieben ist.
Die Blu-ray/DVD-Disc bietet den Film in englischer Original- und deutsch synchronisierter Sprachfassung. Untertitel sind ebenso optional vorhanden. Als Bonus gibt es u.a. einen Audiokommentar, geschnittene Szenen und diverse Making of-Featurettes. „Him – Der Größte aller Zeiten“ erscheint am 26. Februar 2026 bei Universal im Vertrieb von Plaion Pictures und ist auch digital erhältlich. (Packshot + stills: © Universal/Plaion Pictures)
Die Blu-ray/DVD-Disc bietet den Film in englischer Original- und deutsch synchronisierter Sprachfassung. Untertitel sind ebenso optional vorhanden. Als Bonus gibt es u.a. einen Audiokommentar, geschnittene Szenen und diverse Making of-Featurettes. „Him – Der Größte aller Zeiten“ erscheint am 26. Februar 2026 bei Universal im Vertrieb von Plaion Pictures und ist auch digital erhältlich. (Packshot + stills: © Universal/Plaion Pictures)




