Premiere auf diesem Blog: Erstmalig wage ich mich an eine Spiele-Rezension, allerdings ist „Aliens – Colonial Marines“ keine Zufallswahl. Als großer Fan der ersten drei „Alien“-Filme (1979, 1986, 1992) war die Neugier einfach zu groß, wie Rechteinhaber Fox dieses inzwischen legendäre Filmfranchise wohl weiterentwickelt haben könnte, um es „spielbar“ zu machen. Das Ergebnis ist ein klassischer „Ego-Shooter“, der viel von der Atmosphäre des zweiten Films transportiert, letztendlich aber hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Entwickelt von der Spiele-Schmiede Gearbox, die in den vergangenen Jahren bereits einige bemerkenswerte Titel präsentieren konnte (eines der bekanntesten ist sicherlich „Half-Life“), bietet „Aliens – Colonial Marines“ dem Spieler die Möglichkeit, auf dem Raumschiff Sulaco, dem Planeten LV-426 und einigen weiteren Orten, die aus dem James-Cameron-Actionklassiker von 1986 bekannt sind, als Teil eines Soldatentrupps die verschwundenen Marines um Ellen Ripley (in den Filmen dargestellt von Sigourney Weaver) zu finden. Dabei treffen sie auf Hunderte von Aliens, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Alternativ ist es erfreulicherweise aber auch möglich, als Alien-Kreatur Jagd auf die Soldaten zu machen, was dank anderer Bewegungsmuster der Viecher ein schönes zweites Spielerlebnis verspricht.
Ein großer Pluspunkt des Spiels sind zweifellos die großartigen Sets, in denen sich der Spieler bewegt. Unübersehbar orientierten sich die Macher hierbei an einzelnen Szenen aus der Filmvorlage, was sogleich eine vertraut-bedrohliche Stimmung schafft. Zudem stehen den Charakteren Technik und Waffen zur Verfügung, die ebenfalls in „Aliens“ zu sehen waren – und ebenso relativ zügig zum Einsatz kommen. Ob rennend, rammend oder beißend: Die gefräßigen Biester, mit denen man sich rumschlagen muss, kommen von allen Seiten und haben auch im Spieleuniversum nichts von ihrer Bösartigkeit eingebüßt.
Nun benötigt ein so genanntes Ego-Shooter-Spiel keine ausgeklügelte Geschichte, um Spaß zu machen. So schön und vielfältig die Szenerie in „Aliens – Colonial Marines“ auch daherkommt, leider kann sie jedoch nicht die inhaltliche Ideenarmut überdecken, die mit jeder gespielten Etappe mehr und mehr zutage tritt: Die einzelnen Level unterscheiden sich weder in Anspruch noch Verlauf bedeutend voneinander. Das ist insofern schade, da diese Vorhersehbarkeit der Ereignisse die Aufmerksamkeit des Spielenden auf Dinge lenkt, die weniger schön sind. Vor allem die Grafik hinterlässt nur einen mittelmäßigen Eindruck und scheint kaum den aktuellen Standards zu genügen. Ein wenig steif und kantig kommen die menschlichen Figuren daher, stehen hier und da im luftleeren Raum, und geben zudem allerlei verbalen Nonsens von sich, der dem Ernst des Spiels nicht gerecht wird. Fast scheint es, als seien einzelne Textpassagen lediglich mit einem Übersetzungsprogramm eingedeutscht. Hier wäre ein wenig mehr Sorgfalt angebracht gewesen, zumal in der englischen Originalversion zwei Schauspieler des Films, Lance Henriksen alias Android Bishop und Michael Biehn alias Corporal Hicks, für die Synchronisation engagiert werden konnten. Zudem wird der Spieler beinahe pausenlos von einem computergenerierten Kameraden und Alleskönner begleitet, der diverse blutige Angriffe unbeschadet übersteht und scheinbar „unkaputtbar“ ist. Keine schöne Ergänzung zu einem Spiel, das Todesangst, Terror und Überforderung transportieren soll.
Angeblich stecken sechs Jahre Entwicklungsarbeit in „Aliens – Colonial Marines“. Mag man über inhaltliche Schwächen noch hinwegsehen können, grafisch hinkt das Spiel den aktuellen Standards leider erheblich hinterher. Dazu passen die Meldungen, die kurz nach der Veröffentlichung bereits im Internet kursierten. So soll Hersteller Gearbox Teile der Spielentwicklung ausgelagert haben, was zu qualitativen Unterschieden innerhalb des Spiels geführt habe. Die Folge: Kaum eine Woche nach Erscheinen bietet die Netzgemeinde (kostenlose und inoffizielle) Modifikationen für die Grafik an, um ein besseres Spielerlebnis zu ermöglichen.
„Aliens – Colonial Marines“ kann – auch im Multiplayer-Modus – letztendlich nicht die Erwartungen erfüllen, die ein Spiel mit dieser (Film-)Vergangenheit zwangsläufig mit sich bringt. Für einen unterhaltsamen, anspruchslosen Durchlauf akzeptabel, wird es dem „Alien“-Franchise nicht gerecht. Angesichts der beteiligten Firmen und der weltweit vorhandenen Fanbase eine Enttäuschung.
„Aliens – Colonial Marines“ ist seit 12. Februar für PS3, Xbox 360 sowie PC von SEGA/Gearbox erhältlich (Wii-Version ab 12. April). Achtung: Die PC-Version erfordert eine kostenlose Anmeldung bei der Onlineplattform „Steam“ zur erstmaligen Aktivierung. (Packshot: © SEGA/Gearbox)
Liebe Filmfreunde!
Ein halbes Dutzend Kinoneustarts wöchentlich und unzählige Heimkino-Veröffentlichungen machen es heutzutage nicht leicht, „cineastische Perlen“ zu entdecken. Ob Rezensionen da helfen? Ich weiß es nicht, trotzdem will ich hier meinen Senf zum Thema Film & Kino dazugeben, möchte es wagen Neues zu loben, Klassiker zu verdammen, Aktuelles zu verteufeln, Altes zu empfehlen.
Und wer weiß: Vielleicht entdecken Sie so Ihren neuen Lieblingsfilm?
„Quellen des Lebens“ (Kinostart: 14. Februar 2013)
Filme von Oskar Roehler („Die Unberührbare“, „Elementarteilchen“) sorgen immer für Gesprächsstoff. Sei es die Themenwahl, seine eigenwillige Handschrift als Regisseur oder die stets überaus exquisite Besetzung, die oftmals überrascht und noch häufiger beeindruckt. Denn Roehler zählt zu den wenigen Filmemachern, für die scheinbar jeder deutsche Schauspieler mindestens einmal vor der Kamera stehen möchte. Auch sein neues Werk „Quellen des Lebens“ platzt förmlich auseinander ob der Staranzahl.
Basierend auf seinem eigenen, autobiografischen Roman „Herkunft“ verfolgt er in „Quellen des Lebens“ die Geschichte einer Familie über mehrere Jahrzehnte der deutschen Nachkriegszeit hinweg. Dabei spannt er den Bogen vom Kriegsheimkehrer Erich (Jürgen Vogel), der es mit seiner Gartenzwergfabrik zu bescheidenem Wohlstand bringt, über dessen Sohn Klaus (Kostja Ullmann / Moritz Bleibtreu) – einem verhinderten Schriftsteller – bis hin zu Erichs Enkel Robert (Ilyes Moutaoukkil / Leonard Scheicher). Im Mikrokosmos der Familie Freytag porträtiert Roehler dabei die Entwicklung der BRD und zeigt, wie gesellschaftliche Veränderungen das Zusammenleben beeinflussen.
Beinahe drei Stunden nimmt sich Roehler für seine persönliche Sicht auf die deutsche Geschichte Zeit – gewürzt mit dem Roehler-typischen Humor und zum Teil drastischen Überzeichnungen einzelner Charaktere. Das ist in vielen Szenen unterhaltsam, manchmal unpassend, am Ende allerdings auch etwas wirr. Denn obwohl er seinem Film einen Off-Kommentar des älteren Robert gönnt, verharrt er doch zum Ende hin zu lang in der Kindheit seines Erzählers, ohne tatsächlich etwas erzählen zu können. Schauspielerisch auf höchstem Niveau, punktet „Quellen des Lebens“ somit vor allem in seinen Sturm- und Drang-Episoden der 1950er- und 1960er-Jahre und nähert sich mit zunehmender Laufzeit ein wenig der Inhaltsleere an. Aber auch das ist eine Aussage, die in einem Roehler-Film sicher nicht zufällig daherkommt.
Aus dem „Meißner Tageblatt“ vom 14. Februar 2013.
Basierend auf seinem eigenen, autobiografischen Roman „Herkunft“ verfolgt er in „Quellen des Lebens“ die Geschichte einer Familie über mehrere Jahrzehnte der deutschen Nachkriegszeit hinweg. Dabei spannt er den Bogen vom Kriegsheimkehrer Erich (Jürgen Vogel), der es mit seiner Gartenzwergfabrik zu bescheidenem Wohlstand bringt, über dessen Sohn Klaus (Kostja Ullmann / Moritz Bleibtreu) – einem verhinderten Schriftsteller – bis hin zu Erichs Enkel Robert (Ilyes Moutaoukkil / Leonard Scheicher). Im Mikrokosmos der Familie Freytag porträtiert Roehler dabei die Entwicklung der BRD und zeigt, wie gesellschaftliche Veränderungen das Zusammenleben beeinflussen.
Beinahe drei Stunden nimmt sich Roehler für seine persönliche Sicht auf die deutsche Geschichte Zeit – gewürzt mit dem Roehler-typischen Humor und zum Teil drastischen Überzeichnungen einzelner Charaktere. Das ist in vielen Szenen unterhaltsam, manchmal unpassend, am Ende allerdings auch etwas wirr. Denn obwohl er seinem Film einen Off-Kommentar des älteren Robert gönnt, verharrt er doch zum Ende hin zu lang in der Kindheit seines Erzählers, ohne tatsächlich etwas erzählen zu können. Schauspielerisch auf höchstem Niveau, punktet „Quellen des Lebens“ somit vor allem in seinen Sturm- und Drang-Episoden der 1950er- und 1960er-Jahre und nähert sich mit zunehmender Laufzeit ein wenig der Inhaltsleere an. Aber auch das ist eine Aussage, die in einem Roehler-Film sicher nicht zufällig daherkommt.
Aus dem „Meißner Tageblatt“ vom 14. Februar 2013.
... im Nachgang: „Django Unchained“ (Kinostart: 17.01.2013)
Wenn Regisseur und Autor Quentin Tarantino bittet, kommen sie alle: Die Darsteller, die Zuschauer – und die (Kinokalender-) Kritiker. „Django Unchained“ ist da keine Ausnahme. Mein "PRO" zum Film gibt es HIER zu lesen.
... im Nachgang: „Killing them softly“ (Kinostart: 29.11.2012)
„Killing them softly“ war einer der späten cineastischen Höhepunkte des Jahres 2012. Meine Rezension dazu findet ihr HIER.
... im Nachgang: „Skyfall“ (Kinostart: 1.11.2012)
Ein wenig spät zwar, aber nicht minder interessant: Ein Rückblick auf das James Bond-Abenteuer „Skyfall“. Zu lesen HIER.
Heimkino-Tipp: „Work Hard Play Hard“ (2012)
Rational betrachtet existieren lediglich zwei Arten von Jobs auf dieser Welt: Einerseits das Bürodasein, bei dem der Arbeitnehmer überwiegend mit Computer, Telefon und Flipchart seinen Alltag bestreitet. Auf der anderen Seite stehen jene, die körperliche Arbeit vollbringen, unterwegs und/oder unter Menschen tätig sind und denen all das zuwider ist, was Carmen Losmann in ihrem mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Work Hard Play Hard“ kommentarlos bebildert: die moderne Arbeitswelt eines Schreibtischjobs.
Für einen 90-Minüter klingt eine solche Prämisse zunächst wenig aufregend. In der Tat ist der Film vieles erst einmal nicht: Kein Imagefilm, kein historischer Abriss und auch kein Versuch, ausgewählte Personen bestimmter Berufszweige als Helden der Arbeit zu porträtieren. Unterteilt in zehn Kapitel, spielt das Werk lediglich „stilles Mäuschen“ bei Jobinterviews, Bauplanungen, Motivationsveranstaltungen und Seminaren, die allesamt nur ein Ziel haben: Optimierung von Arbeitsprozessen und maximales (Aus-)Nutzen der Arbeitskraft eines Mitarbeiters, um so den Umsatz des Unternehmens weiter zu steigern.
Was „Work Hard Play Hard“ dabei so spannend macht, sind die Einblicke, die der Zuschauer in die zig Möglichkeiten erhält, mit denen Arbeitnehmer heutzutage zu mehr Leistung angestachelt werden sollen – und auch können. Schnell wird klar: Der naive Gedanke vom „mehr Lohn, mehr Einsatz“-Prinzip ist längst überholt und durch eine Vielzahl an Methoden abgelöst worden, die von der Büroausstattung bis zum Klettergartenbesuch des Teams reichen. So zeigt sich u.a., wie verzahnt Architektur mit Mitarbeitermotivation sein kann, welche psychischen „Daumenschrauben“ unbemerkt angelegt, und wie Führungskräfte mittels emotionsloser Charakteranalyse auf eigene Schwächen hingewiesen werden. Je länger all diese Vorgänge im Film gezeigt werden, umso deutlicher wird die Tatsache, dass der Mensch längst zu einem simpel funktionierenden Rad in der Maschine „Gewinnmaximierung“ reduziert worden ist, was sich in vielen Szenen auch in der Sprache manifestiert, die kaum noch verständliche Begriffe bietet. Das wahrlich Erschreckende an diesem Zustand: Es ist ein Prozess, der beinahe unbemerkt geschieht und den Mitarbeiter in dem Glauben lassen soll, selbst Herr über seinen Arbeitsalltag zu sein oder zumindest für einen Chef zu malochen, dem das Wohlergehen seiner Angestellten am Herzen liege. Und dennoch ist ALLES nur ein Mittel zum Zweck.
Erhellend, bedrohlich, schockierend: „Work Hard Play Hard“ ist Bestandsaufnahme und Horrorszenario in einem. Eingefangen in wunderbar ruhigen Bildkompositionen (Kamera: Dirk Lütter), die weit entfernt sind von den derzeit inflationär im Kino zu sehenden Amateurdokumentationen, verzichtet Autorin Carmen Losmann auf eine Wertung des Gezeigten. Die ist auch kaum nötig, da ihr nüchterner Film eine Fülle an Tatsachen bietet, über die es sich lohnt im Anschluss zu diskutieren. Und womöglich auch dagegen zu rebellieren.
Die DVD bietet den Film in deutscher Originalversion und optionale englische Untertitel. „Work Hard Play Hard“ erscheint bei filmkinotext / Schwarz Weiss Filmverleih / good!movies und ist seit 26. Oktober erhältlich. (Packshot: © good!movies)
P.S.: Für einen ersten Eindruck: www.workhardplayhard-film.de
Für einen 90-Minüter klingt eine solche Prämisse zunächst wenig aufregend. In der Tat ist der Film vieles erst einmal nicht: Kein Imagefilm, kein historischer Abriss und auch kein Versuch, ausgewählte Personen bestimmter Berufszweige als Helden der Arbeit zu porträtieren. Unterteilt in zehn Kapitel, spielt das Werk lediglich „stilles Mäuschen“ bei Jobinterviews, Bauplanungen, Motivationsveranstaltungen und Seminaren, die allesamt nur ein Ziel haben: Optimierung von Arbeitsprozessen und maximales (Aus-)Nutzen der Arbeitskraft eines Mitarbeiters, um so den Umsatz des Unternehmens weiter zu steigern.
Was „Work Hard Play Hard“ dabei so spannend macht, sind die Einblicke, die der Zuschauer in die zig Möglichkeiten erhält, mit denen Arbeitnehmer heutzutage zu mehr Leistung angestachelt werden sollen – und auch können. Schnell wird klar: Der naive Gedanke vom „mehr Lohn, mehr Einsatz“-Prinzip ist längst überholt und durch eine Vielzahl an Methoden abgelöst worden, die von der Büroausstattung bis zum Klettergartenbesuch des Teams reichen. So zeigt sich u.a., wie verzahnt Architektur mit Mitarbeitermotivation sein kann, welche psychischen „Daumenschrauben“ unbemerkt angelegt, und wie Führungskräfte mittels emotionsloser Charakteranalyse auf eigene Schwächen hingewiesen werden. Je länger all diese Vorgänge im Film gezeigt werden, umso deutlicher wird die Tatsache, dass der Mensch längst zu einem simpel funktionierenden Rad in der Maschine „Gewinnmaximierung“ reduziert worden ist, was sich in vielen Szenen auch in der Sprache manifestiert, die kaum noch verständliche Begriffe bietet. Das wahrlich Erschreckende an diesem Zustand: Es ist ein Prozess, der beinahe unbemerkt geschieht und den Mitarbeiter in dem Glauben lassen soll, selbst Herr über seinen Arbeitsalltag zu sein oder zumindest für einen Chef zu malochen, dem das Wohlergehen seiner Angestellten am Herzen liege. Und dennoch ist ALLES nur ein Mittel zum Zweck.
Erhellend, bedrohlich, schockierend: „Work Hard Play Hard“ ist Bestandsaufnahme und Horrorszenario in einem. Eingefangen in wunderbar ruhigen Bildkompositionen (Kamera: Dirk Lütter), die weit entfernt sind von den derzeit inflationär im Kino zu sehenden Amateurdokumentationen, verzichtet Autorin Carmen Losmann auf eine Wertung des Gezeigten. Die ist auch kaum nötig, da ihr nüchterner Film eine Fülle an Tatsachen bietet, über die es sich lohnt im Anschluss zu diskutieren. Und womöglich auch dagegen zu rebellieren.
Die DVD bietet den Film in deutscher Originalversion und optionale englische Untertitel. „Work Hard Play Hard“ erscheint bei filmkinotext / Schwarz Weiss Filmverleih / good!movies und ist seit 26. Oktober erhältlich. (Packshot: © good!movies)
P.S.: Für einen ersten Eindruck: www.workhardplayhard-film.de
Heimkino-Tipp: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) / „Vier Fäuste gegen Rio“ (1984)
Als Fan des schlagkräftigen Duos Bud Spencer & Terence Hill ist man Kummer gewöhnt: Unzählige Male sind ihre Werke zumindest in Deutschland in verschiedenen Versionen erschienen, wahlweise mit oder ohne O-Ton, richtigem oder falschem Bildformat, ungekürzt oder gekürzt, remastered oder in bescheidener Bildqualität. Beinahe jährlich darf man sich über eine Neuveröffentlichung „freuen“, wobei – und das muss dem Rechteinhaber 3L aus Dortmund hoch angerechnet werden – stets tatsächlich ein Mehrwert für den Käufer entsteht.
Nun also in High Definition, als Blu-ray und in nochmals überarbeiteter Bildqualität. In den kommenden Monaten werden etliche Filmhits der beiden in diesem Format käuflich zu erwerben sein, den Anfang machen zwei ihrer wohl bekanntesten Streifen: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ von 1971 sowie „Vier Fäuste gegen Rio“ aus dem Jahr 1984. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen, in Anbetracht ihres Alters und der Tatsache, dass den Filmemachern schon damals nicht die technischen Möglichkeiten ihrer Kollegen aus Hollywood zur Verfügung standen, sind die Blu-rays ein wahrer Augenschmaus.
In „Vier Fäuste für ein Halleluja“ sind Spencer/Hill als die Gebrüder Bambi und Trinity unterwegs und versuchen, auf Wunsch ihres Vaters gefürchtete Banditen zu werden. Dank ihres Gerechtigkeitssinns geschieht jedoch genau das Gegenteil: Sie stellen sich einem Ganoventrupp entgegen und verhelfen so letztendlich dem Guten zum Sieg. Der von Enzo Barboni (auch Regisseur von „Vier Fäuste gegen Rio“) realisierte Film schaffte es gleich zwei Mal in die deutschen Kinos: 1972 und noch einmal zehn Jahre später, allerdings in einer veränderten Fassung. Inzwischen hatten die Produzenten nämlich erkannt, dass Spencer/Hill am besten als Comedy-Duo funktionieren, die während ihrer ohnehin amüsanten Prügeleien immer einen flotten Spruch auf den Lippen haben sollten. Also synchronisierte man den Film noch einmal neu – und machte ihn damit zu einem der erfolgreichsten Kinofilme in der Geschichte der Bundesrepublik. Diese Version ist auch die bis heute bekanntere, was dazu führte, dass es bei der Erstveröffentlichung der Blu-ray etliche unzufriedene Kunden gab, da diese nur die erste, ernstere Version beinhaltete. Einziges Manko der nun nachgereichten blauen Scheibe: Der Film ist kürzer – entspricht aber so der 1982er Kinofassung.
„Vier Fäuste gegen Rio“ hingegen war von Anfang an als Komödie konzipiert: Antonio (Spencer) und Bastiano (Hill) sind milliardenschwere Geschäftsmänner, die sich zwei Doppelgänger zulegen, um sich vor der schießwütigen Konkurrenz zu schützen. Die beiden Ersatzmänner Greg und Eliot fühlen sich als Jet-Setter sichtlich wohl, auch wenn es ab und an mit den Manieren hapert. Dafür besitzen sie schlagkräftige Argumente, die sie prompt beim Aufeinandertreffen mit den Bösewichtern kundtun. Vielleicht ist „Vier Fäuste gegen Rio“ das beste Beispiel, welch gute Schauspieler Spencer/Hill neben ihren albernen Schlägereien sein können: Ihr wunderbar hochnäsiges Auftreten als Milliardäre auf der einen, und ihr prolliges Gehabe auf der anderen Seite sind echte Hingucker und überzeugen auch in technischer Hinsicht. Denn im Gegensatz zu heutigen Produktionen war das doppelte Erscheinen desselben Darstellers in einer Szene damals noch aufwendige Kopier- und Trickarbeit.
Mit den beiden Neuveröffentlichungen auf Blu-ray ist 3L ein wirklich schönes Paket gelungen, auch wenn eine Zugabe der „ernsten“ Version zu „Halleluja“ eigentlich Pflicht gewesen wäre. Aber auch das wird sicherlich im nächsten Jahr noch nachgeholt. Bis dahin darf man sich neben den Filmen auf interessante Booklets freuen, in denen Wissenswertes zu Produktion, Synchronarbeit und Soundtracks vermerkt ist. Diverse Trailer, Bildergalerien, ein Video vom Fantreffen (auf „Halleluja“) sowie eine Vollbildversion (auf „Rio“, mit stellenweise mehr Bildinhalt) ergänzen das Set.
Die Blu-ray zu „Vier Fäuste für ein Halleluja“ präsentiert den Film in der bekannten deutschen Comedy-Synchronisation im Originalbildformat. „Vier Fäuste gegen Rio“ hat die deutsche und eine englische Synchronisation an Bord und bietet zwei verschiedene Bildformate. Beide Blu-rays erscheinen bei 3L Vertriebs GmbH & Co. KG und sind seit 15. November erhältlich. (Packshot: © 3L)
Nun also in High Definition, als Blu-ray und in nochmals überarbeiteter Bildqualität. In den kommenden Monaten werden etliche Filmhits der beiden in diesem Format käuflich zu erwerben sein, den Anfang machen zwei ihrer wohl bekanntesten Streifen: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ von 1971 sowie „Vier Fäuste gegen Rio“ aus dem Jahr 1984. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen, in Anbetracht ihres Alters und der Tatsache, dass den Filmemachern schon damals nicht die technischen Möglichkeiten ihrer Kollegen aus Hollywood zur Verfügung standen, sind die Blu-rays ein wahrer Augenschmaus.
In „Vier Fäuste für ein Halleluja“ sind Spencer/Hill als die Gebrüder Bambi und Trinity unterwegs und versuchen, auf Wunsch ihres Vaters gefürchtete Banditen zu werden. Dank ihres Gerechtigkeitssinns geschieht jedoch genau das Gegenteil: Sie stellen sich einem Ganoventrupp entgegen und verhelfen so letztendlich dem Guten zum Sieg. Der von Enzo Barboni (auch Regisseur von „Vier Fäuste gegen Rio“) realisierte Film schaffte es gleich zwei Mal in die deutschen Kinos: 1972 und noch einmal zehn Jahre später, allerdings in einer veränderten Fassung. Inzwischen hatten die Produzenten nämlich erkannt, dass Spencer/Hill am besten als Comedy-Duo funktionieren, die während ihrer ohnehin amüsanten Prügeleien immer einen flotten Spruch auf den Lippen haben sollten. Also synchronisierte man den Film noch einmal neu – und machte ihn damit zu einem der erfolgreichsten Kinofilme in der Geschichte der Bundesrepublik. Diese Version ist auch die bis heute bekanntere, was dazu führte, dass es bei der Erstveröffentlichung der Blu-ray etliche unzufriedene Kunden gab, da diese nur die erste, ernstere Version beinhaltete. Einziges Manko der nun nachgereichten blauen Scheibe: Der Film ist kürzer – entspricht aber so der 1982er Kinofassung.
„Vier Fäuste gegen Rio“ hingegen war von Anfang an als Komödie konzipiert: Antonio (Spencer) und Bastiano (Hill) sind milliardenschwere Geschäftsmänner, die sich zwei Doppelgänger zulegen, um sich vor der schießwütigen Konkurrenz zu schützen. Die beiden Ersatzmänner Greg und Eliot fühlen sich als Jet-Setter sichtlich wohl, auch wenn es ab und an mit den Manieren hapert. Dafür besitzen sie schlagkräftige Argumente, die sie prompt beim Aufeinandertreffen mit den Bösewichtern kundtun. Vielleicht ist „Vier Fäuste gegen Rio“ das beste Beispiel, welch gute Schauspieler Spencer/Hill neben ihren albernen Schlägereien sein können: Ihr wunderbar hochnäsiges Auftreten als Milliardäre auf der einen, und ihr prolliges Gehabe auf der anderen Seite sind echte Hingucker und überzeugen auch in technischer Hinsicht. Denn im Gegensatz zu heutigen Produktionen war das doppelte Erscheinen desselben Darstellers in einer Szene damals noch aufwendige Kopier- und Trickarbeit.
Mit den beiden Neuveröffentlichungen auf Blu-ray ist 3L ein wirklich schönes Paket gelungen, auch wenn eine Zugabe der „ernsten“ Version zu „Halleluja“ eigentlich Pflicht gewesen wäre. Aber auch das wird sicherlich im nächsten Jahr noch nachgeholt. Bis dahin darf man sich neben den Filmen auf interessante Booklets freuen, in denen Wissenswertes zu Produktion, Synchronarbeit und Soundtracks vermerkt ist. Diverse Trailer, Bildergalerien, ein Video vom Fantreffen (auf „Halleluja“) sowie eine Vollbildversion (auf „Rio“, mit stellenweise mehr Bildinhalt) ergänzen das Set.
Die Blu-ray zu „Vier Fäuste für ein Halleluja“ präsentiert den Film in der bekannten deutschen Comedy-Synchronisation im Originalbildformat. „Vier Fäuste gegen Rio“ hat die deutsche und eine englische Synchronisation an Bord und bietet zwei verschiedene Bildformate. Beide Blu-rays erscheinen bei 3L Vertriebs GmbH & Co. KG und sind seit 15. November erhältlich. (Packshot: © 3L)
Abonnieren
Posts (Atom)



