Einst zählte der Schauspieler Al Pacino zu den außergewöhnlichsten Charakterdarstellern Hollywoods. Über viele Jahre hinweg schuf er Rollen, die noch heute in aller Munde sind, sei es Michael Corleone in den „Der Pate“-Filmen, Tony Montana in „Scarface“ oder Vincent Hanna in „Heat“. Ebenso wie bei seinem Kollegen Robert de Niro, dem ein ähnlicher Status wie Pacino zugeschrieben wurde, sind Pacinos „große Tage“ inzwischen jedoch vorbei – zumindest lässt das ein Blick auf seine Rollenauswahl während der vergangenen Jahre vermuten. Einige Filme („Ocean’s 13“) mögen finanzielle Erfolge gewesen sein, ins Staunen versetzen Pacino und De Niro ihr Publikum allerdings nur noch selten. Ersterer gab das bei einem Interviewabend im vergangenen Juni in London sogar offen zu, als er diesbezüglich sagte: „Ich kann nicht gut beurteilen, ob etwas gut oder schlecht ist.“ Nun also die nächste – erfreulichere – Direct-to-Video-Veröffentlichung des Oscar-Preisträgers, „Stand Up Guys“.
Val (Pacino) wird nach langer Haft aus dem Gefängnis entlassen. Vor den Toren wartet schon sein bester Freund Doc (Christopher Walken), um ihn in Empfang zu nehmen. Allerdings weiß Val, dass sein Kumpel nicht unbedingt aus freien Stücken erschienen ist, arbeite(te)n doch beide für einen Gangster, der als sehr gründlich gilt, wenn es darum geht, Spuren zu verwischen. Tatsächlich hat Doc die undankbare Aufgabe, Val bis zum nächsten Morgen ins Jenseits zu befördern. Bis es soweit ist, wollen die beiden alten Herren aber noch einmal so richtig auf den Putz hauen. Mit ihrem Ex-Kollegen Hirsch (Alan Arkin), der sein Dasein inzwischen in einem Altenheim fristet, beginnt für sie eine aufregende Nacht.
Nein, „Stand Up Guys“ ist keine Rentnerversion von „Hangover“ (die präsentiert nämlich De Niro ab November in „Last Vegas“ an der Seite von Kevin Kline, Morgan Freeman und Michael Douglas). Auch trifft die Bezeichnung Komödie nicht ganz den Ton des amüsant-melancholischen Streifens von Fisher Stevens (Oscar 2010 für die herausragende Doku „Die Bucht“). Vielmehr entpuppt sich die nächtliche Herrentour als Tragikomödie, in der zwei der drei Protagonisten noch einmal ihr Leben und ihre gemeinsame Zeit reflektieren. Quasi nebenbei vollbringen sie dabei ein paar gute Taten, für die sich ihre „Fähigkeiten“ als Einbruchskünstler, Verhörspezialisten und Waffenprofis als ziemlich nützlich erweisen.
In gemächlichem Tempo aufbereitet und nicht ohne Spielfreude präsentiert, unterhält „Stand Up Guys“ ganz wunderbar, auch wenn inhaltliche Überraschungen weitestgehend ausbleiben. Gerade das Trio Pacino/Walken/Arkin, alles Oscar-Preisträger, alles Urgesteine Hollywoods, hätte viel Potenzial auch für Selbstreflexion, Ironie und Seitenhiebe auf verpasste (Karriere-)Chancen im Leben geboten, was das Drehbuch allerdings ungenutzt lässt. Mit ein wenig mehr Biss wäre „Stand Up Guys“ so vielleicht zu mehr geworden als nur ein weiterer Eintrag in Pacinos immer länger werdender Liste an Filmen, die zwar „gut“, aber leider nicht mehr „herausragend“ sind. Vielleicht ändert sich das ja bei den nächsten drei Projekten, in die er bereits wieder involviert ist.
Die DVD bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Sprachfassung sowie deutsche Untertitel. Als Extras sind Interviews mit den Darstellern, Aufnahmen vom Set, Trailer und ein Musikvideo von Jon Bon Jovi enthalten, der einige Songs zum Soundtrack beigesteuert hat. „Stand Up Guys“ erscheint bei universum film und ist ab 23. August erhältlich. (Packshot: © Universum Film).
Liebe Filmfreunde!
Ein halbes Dutzend Kinoneustarts wöchentlich und unzählige Heimkino-Veröffentlichungen machen es heutzutage nicht leicht, „cineastische Perlen“ zu entdecken. Ob Rezensionen da helfen? Ich weiß es nicht, trotzdem will ich hier meinen Senf zum Thema Film & Kino dazugeben, möchte es wagen Neues zu loben, Klassiker zu verdammen, Aktuelles zu verteufeln, Altes zu empfehlen.
Und wer weiß: Vielleicht entdecken Sie so Ihren neuen Lieblingsfilm?
Heimkino-Tipp: „The Crime“ (2012)
Mit Serienadaptionen ist das so eine Sache: Entweder sie gehen völlig in die Hose („Mit Schirm, Charme und Melone“) oder enden als Parodie ihrer selbst („A-Team“, „21 Jump Street“): unterhaltsam, aber nichts für die Ewigkeit. Mit „The Crime“ erhält nun auch die britische Erfolgsserie „The Sweeney“ (in Deutschland unter dem Titel „Die Füchse“ Anfang der 1980er ausgestrahlt) ein modernisiertes Remake – und weiß zu gefallen.
Jack Regan (Ray Winstone) und George Carter (Ben Drew alias Plan B) sind die beiden Alphamännchen der „Flying Squad“, einer Sondereinheit der Londoner Polizei, die wenig zimperlich und gern auch unter Missachtung der Regeln Bösewichter aus dem Verkehr zieht. Nun sollen sie einen bewaffneten Raubüberfall aufklären, bei dem eine Zivilistin von den Tätern offenbar gezielt erschossen wurde. Zwar kommen Regan und sein Team schnell einem Wiederholungstäter auf die Spur, die stichhaltigen Beweise für dessen Beteiligung bleiben sie jedoch schuldig. Schlecht für Regan, der ohnehin im Visier des internen Ermittlers Lewis steht und zudem ein Verhältnis mit dessen Noch-Ehefrau hat.
Die Zutaten, aus denen Regisseur Nick Love („Outlaw“) und sein Co-Autor John Hodge (u.a. „Trainspotting“, „The Beach“) ihren Thriller zusammensetzen, sind schon häufig in Genrewerken um böse Cops und noch bösere Gangster verwurstet worden. Und auch wenn überraschende Wendungen weitgehend abstinent sind, braucht sich „The Crime“ trotz seines bescheidenen Budgets von gerade einmal £2 Millionen nicht verstecken. Temporeich, mit ordentlicher Härte und fabelhaft choreographierten, handgemachten Actionsequenzen versehen, zeigt der Film den Kampf gegen Londons Unterwelt als dreckigen, brutalen und erbarmungslosen Knochenjob, bei dem sich die Jäger in ihren Methoden kaum noch von denen ihrer Beute unterscheiden. Ein Höhepunkt der Konfrontation ist dabei zweifellos eine minutenlange Schießerei am Trafalgar Square, die sich ohne Scham als kleines Geschwisterchen der epischen „Heat“-Ballerei bezeichnen darf. Dazu halsbrecherische Verfolgungsjagden und ein dauermiesgelaunter Protagonist, der sich gar nicht erst die Mühe gibt, sympathisch rüberzukommen – das lässt Erinnerungen an die glorreiche Zeit des Cop-Thrillers der 1970er-Jahren aufkommen.
Winstone erweist sich hierbei als Idealbesetzung für den zynischen Regan, der sich mit herrlicher „Don’t fuck with me“-Attitüde und einigen (absichtlichen) Kilos zuviel seinen Weg bis zum Ziel freiballert. Als sein Partner Carter zeigt der Musiker Plan B („She said“) nach „Harry Brown“ (Hauptdarsteller: Michael Caine) einmal mehr, dass er neben großen Charakterdarstellern bestehen kann. Auch wenn die stillen Momente in „The Crime“ eher selten sind, glaubhaft ist das Duo allemal.
Leider hatte ich persönlich bisher keine Gelegenheit, die Originalserie aus den 1970ern, in der Winstone übrigens selbst einmal einen kurzen Gastauftritt absolvierte, zu begutachten. Glaubt man diversen Online-Quellen, stach „The Sweeney“ vor allem aufgrund seiner realistischen Umsetzung und einer bis dahin nie gezeigten polizeilichen Rüpelhaftigkeit aus dem TV-Programm heraus. Gemessen an diesen Vorgaben, ist „The Crime“ eine gelungene Adaption und für jeden einen Blick wert, der geradlinige, ernsthafte und ordentlich zupackende Cop-Thriller mag.
P.S.: Noch ein Satz zur deutschen Titelvergabe: Ähnlich wie „96 Hours“ (O-Titel: „Taken“) entschloss sich der Verleih, den Originaltitel „The Sweeney“ mit einem anderen englischen Titel („The Crime“) zu ersetzen. Überflüssig, ärgerlich und inhaltlich keinesfalls gerechtfertigt.
Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung, deutsche sowie englische Untertitel, ein ausführliches, mehrteiliges Making of und Trailer. „The Crime“ erscheint bei universum film und ist ab 9. August erhältlich (Packshot: © Universum Film).
Jack Regan (Ray Winstone) und George Carter (Ben Drew alias Plan B) sind die beiden Alphamännchen der „Flying Squad“, einer Sondereinheit der Londoner Polizei, die wenig zimperlich und gern auch unter Missachtung der Regeln Bösewichter aus dem Verkehr zieht. Nun sollen sie einen bewaffneten Raubüberfall aufklären, bei dem eine Zivilistin von den Tätern offenbar gezielt erschossen wurde. Zwar kommen Regan und sein Team schnell einem Wiederholungstäter auf die Spur, die stichhaltigen Beweise für dessen Beteiligung bleiben sie jedoch schuldig. Schlecht für Regan, der ohnehin im Visier des internen Ermittlers Lewis steht und zudem ein Verhältnis mit dessen Noch-Ehefrau hat.
Die Zutaten, aus denen Regisseur Nick Love („Outlaw“) und sein Co-Autor John Hodge (u.a. „Trainspotting“, „The Beach“) ihren Thriller zusammensetzen, sind schon häufig in Genrewerken um böse Cops und noch bösere Gangster verwurstet worden. Und auch wenn überraschende Wendungen weitgehend abstinent sind, braucht sich „The Crime“ trotz seines bescheidenen Budgets von gerade einmal £2 Millionen nicht verstecken. Temporeich, mit ordentlicher Härte und fabelhaft choreographierten, handgemachten Actionsequenzen versehen, zeigt der Film den Kampf gegen Londons Unterwelt als dreckigen, brutalen und erbarmungslosen Knochenjob, bei dem sich die Jäger in ihren Methoden kaum noch von denen ihrer Beute unterscheiden. Ein Höhepunkt der Konfrontation ist dabei zweifellos eine minutenlange Schießerei am Trafalgar Square, die sich ohne Scham als kleines Geschwisterchen der epischen „Heat“-Ballerei bezeichnen darf. Dazu halsbrecherische Verfolgungsjagden und ein dauermiesgelaunter Protagonist, der sich gar nicht erst die Mühe gibt, sympathisch rüberzukommen – das lässt Erinnerungen an die glorreiche Zeit des Cop-Thrillers der 1970er-Jahren aufkommen.
Winstone erweist sich hierbei als Idealbesetzung für den zynischen Regan, der sich mit herrlicher „Don’t fuck with me“-Attitüde und einigen (absichtlichen) Kilos zuviel seinen Weg bis zum Ziel freiballert. Als sein Partner Carter zeigt der Musiker Plan B („She said“) nach „Harry Brown“ (Hauptdarsteller: Michael Caine) einmal mehr, dass er neben großen Charakterdarstellern bestehen kann. Auch wenn die stillen Momente in „The Crime“ eher selten sind, glaubhaft ist das Duo allemal.
Leider hatte ich persönlich bisher keine Gelegenheit, die Originalserie aus den 1970ern, in der Winstone übrigens selbst einmal einen kurzen Gastauftritt absolvierte, zu begutachten. Glaubt man diversen Online-Quellen, stach „The Sweeney“ vor allem aufgrund seiner realistischen Umsetzung und einer bis dahin nie gezeigten polizeilichen Rüpelhaftigkeit aus dem TV-Programm heraus. Gemessen an diesen Vorgaben, ist „The Crime“ eine gelungene Adaption und für jeden einen Blick wert, der geradlinige, ernsthafte und ordentlich zupackende Cop-Thriller mag.
P.S.: Noch ein Satz zur deutschen Titelvergabe: Ähnlich wie „96 Hours“ (O-Titel: „Taken“) entschloss sich der Verleih, den Originaltitel „The Sweeney“ mit einem anderen englischen Titel („The Crime“) zu ersetzen. Überflüssig, ärgerlich und inhaltlich keinesfalls gerechtfertigt.
Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung, deutsche sowie englische Untertitel, ein ausführliches, mehrteiliges Making of und Trailer. „The Crime“ erscheint bei universum film und ist ab 9. August erhältlich (Packshot: © Universum Film).
Heimkino-Tipp: „Hunting Season“ (2013)
Die Kleinen werden erwachsen: Ob Haley Joel Osment („The Sixth Sense“), Dakota Fanning („Krieg der Welten“) oder Abigail Breslin („Little Miss Sunshine“), sie alle haben schon in jungen Jahren bewiesen, dass Kinderdarsteller sehr viel mehr sein können als schickes Beiwerk zu Hollywoodstars. Und doch müssen sie sich nun mit Anfang 20 erneut in der Traumfabrik behaupten, sich ihren Platz ganz oben erneut erkämpfen und tun dies momentan vor allem über Nebenrollen. Auch Spencer Treat Clark, geboren 1987, spielte als Kind unter anderem in „Gladiator“, „Unbreakable“ und „Mystic River“ tragende Rollen. In „Hunting Season“ zeigt er, dass er auch mit 25 nichts von seiner Schauspielkunst verlernt hat.
Die Brüder Nate (Clark) und Skylar (Nick Eversman) sind in den Wäldern auf einem Jagdausflug. Dabei verwechseln sie dummerweise ein Beutetier mit einem Menschen und töten ausgerechnet den Bürgermeister ihres Städtchens, Dick Cavanaugh. Nicht nur für ihren Vater Bloom (Ted Levine) eine Tragödie, muss er doch als Sheriff den vermeintlichen Schützen, Skylar, in Untersuchungshaft nehmen. Aus Angst um seinen Bruder, wagt Nate während Skylars Transport zum Gericht eine halsbrecherische Aktion und befreit ihn – dabei kommen jedoch zwei weitere Polizisten ums Leben. Während die Kids in die Wälder flüchten, formiert sich in der Stadt ein Lynchmob, der eine gnadenlose Jagd auf die Mörder beginnt. Dem inzwischen suspendierten Bloom bleibt nichts anderes übrig, als selbst nach seinen Söhnen zu suchen, in der Hoffnung, sie vor der schießgeilen Meute zu finden.
Gewürzt mit einigen wenigen Actionszenen, entwickelt sich „Hunting Season“ mit zunehmender Laufzeit zu einem bitteren Kommentar über die amerikanische Cowboy-Mentalität, in der offenbar erschreckend unreflektiert jeder mit seiner Waffe auf (Menschen-)Jagd gehen kann, wenn er es für moralisch gerechtfertigt hält. Nüchtern und ohne eine Überdramatisierung schildern die Autoren/Regisseure Silver Tree und Abe Levy, wie schnell sich Gerüchte und falsch verstandene Familienehre zu einer gefährlichen Mischung zusammenbrauen können, bei der Gewalt als einzig wirksame Konsequenz akzeptiert wird. Da ballern Kids mit den M16-Gewehren ihrer Eltern wie selbstverständlich auf ihre flüchtenden Schulkameraden, feixen dümmlich und sind sich nicht zu blöd, selbst in größter Gefahr Sätze wie „Ich wollte doch nur ‘nen coolen Spruch machen!“ von sich zu geben. An anderer Stelle schießen sich die Assistenten von Randy (Michael Bowen), der den Mob anführt, aus Langeweile Bierdosen vom Kopf, auch wenn sie vom Zielen nicht viel verstehen. Das alles unterlegen die Filmemacher mit einem teilweise verstörend positiv klingenden, heiteren Soundtrack, was den gezeigten Irrsinn dieser Einzeller gleichsam verstärkt wie auch ins Lächerliche zieht.
Einzig die während des Filmverlaufs zu vielen geglückten Fluchtversuche der beiden Brüder wirken etwas konstruiert. Abgesehen davon ist „Hunting Season“ ein überaus spannender Thriller, der unter seiner Oberfläche (und dem schrecklich übertriebenen DVD-Cover) eine traurige Bestandsaufnahme eines Landes bereithält, in dem Vernunft scheinbar nur noch selten zu finden ist. Das Bild, mit dem der Zuschauer am Ende in den Abspann entlassen wird, könnte passender nicht sein.
Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung. Untertitel sind leider keine vorhanden. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf diverse Trailer. „Hunting Season“ (OT: „Deep Dark Canyon“) erscheint bei Mad Dimension/AL!VE AG und ist ab 9. August erhältlich. (Packshot: © Mad Dimension/AL!VE AG).
Die Brüder Nate (Clark) und Skylar (Nick Eversman) sind in den Wäldern auf einem Jagdausflug. Dabei verwechseln sie dummerweise ein Beutetier mit einem Menschen und töten ausgerechnet den Bürgermeister ihres Städtchens, Dick Cavanaugh. Nicht nur für ihren Vater Bloom (Ted Levine) eine Tragödie, muss er doch als Sheriff den vermeintlichen Schützen, Skylar, in Untersuchungshaft nehmen. Aus Angst um seinen Bruder, wagt Nate während Skylars Transport zum Gericht eine halsbrecherische Aktion und befreit ihn – dabei kommen jedoch zwei weitere Polizisten ums Leben. Während die Kids in die Wälder flüchten, formiert sich in der Stadt ein Lynchmob, der eine gnadenlose Jagd auf die Mörder beginnt. Dem inzwischen suspendierten Bloom bleibt nichts anderes übrig, als selbst nach seinen Söhnen zu suchen, in der Hoffnung, sie vor der schießgeilen Meute zu finden.
Gewürzt mit einigen wenigen Actionszenen, entwickelt sich „Hunting Season“ mit zunehmender Laufzeit zu einem bitteren Kommentar über die amerikanische Cowboy-Mentalität, in der offenbar erschreckend unreflektiert jeder mit seiner Waffe auf (Menschen-)Jagd gehen kann, wenn er es für moralisch gerechtfertigt hält. Nüchtern und ohne eine Überdramatisierung schildern die Autoren/Regisseure Silver Tree und Abe Levy, wie schnell sich Gerüchte und falsch verstandene Familienehre zu einer gefährlichen Mischung zusammenbrauen können, bei der Gewalt als einzig wirksame Konsequenz akzeptiert wird. Da ballern Kids mit den M16-Gewehren ihrer Eltern wie selbstverständlich auf ihre flüchtenden Schulkameraden, feixen dümmlich und sind sich nicht zu blöd, selbst in größter Gefahr Sätze wie „Ich wollte doch nur ‘nen coolen Spruch machen!“ von sich zu geben. An anderer Stelle schießen sich die Assistenten von Randy (Michael Bowen), der den Mob anführt, aus Langeweile Bierdosen vom Kopf, auch wenn sie vom Zielen nicht viel verstehen. Das alles unterlegen die Filmemacher mit einem teilweise verstörend positiv klingenden, heiteren Soundtrack, was den gezeigten Irrsinn dieser Einzeller gleichsam verstärkt wie auch ins Lächerliche zieht.
Einzig die während des Filmverlaufs zu vielen geglückten Fluchtversuche der beiden Brüder wirken etwas konstruiert. Abgesehen davon ist „Hunting Season“ ein überaus spannender Thriller, der unter seiner Oberfläche (und dem schrecklich übertriebenen DVD-Cover) eine traurige Bestandsaufnahme eines Landes bereithält, in dem Vernunft scheinbar nur noch selten zu finden ist. Das Bild, mit dem der Zuschauer am Ende in den Abspann entlassen wird, könnte passender nicht sein.
Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung. Untertitel sind leider keine vorhanden. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf diverse Trailer. „Hunting Season“ (OT: „Deep Dark Canyon“) erscheint bei Mad Dimension/AL!VE AG und ist ab 9. August erhältlich. (Packshot: © Mad Dimension/AL!VE AG).
.. im Nachgang: „The Place Beyond The Pines“ (Kinostart: 13.06.2013)
Einer meiner ganz großen Favoriten für die persönlichen TOP 3 dieses Jahr. Warum, steht HIER.
(Bild: StudioCanal Filmverleih)
(Bild: StudioCanal Filmverleih)
Heimkino-Tipp: „Der Geschmack von Rost und Knochen“ (2012)
Die Schöne und das Biest
Ein stilles Paradies im Chaos: Wenn Stéphanie (Marion Cotillard) im Tierpark „Marineland“ vom Beckenrand aus riesige Killerwale wortlos choreografiert, ist von der nervigen Musik und den lärmenden Zuschauern einen Moment lang nichts zu hören. Hier bestimmen kleine Gesten und Zeichen das Geschehen, geprägt von Vertrauen, Liebe und Zuneigung der zierlichen Frau zu ihren Tieren.
Ali (Matthias Schoenaerts) ist eine solche Kommunikation völlig fremd: Der stämmige Kraftprotz arbeitet als Türsteher einer Diskothek und ist ein Mann der wenigen, klaren Worte. Er nutzt seine Hände lieber für illegale Faustkämpfe oder um seinen fünfjährigen Sohn „zu erziehen“. Als Ali Stéphanie eines Abends nach dem Tanzen nach Hause fährt, tauschen sie spontan ihre Nummern aus. Aber erst Wochen später hören sie sich wieder. Depressiv und von einem schweren Arbeitsunfall gezeichnet, hatte Stéphanie den Fremden angerufen. Nun schaut er tatsächlich bei ihr vorbei und erklärt sich bereit, der gehandicapten Frau zu helfen – mit Spaziergängen, Ausflügen ans Meer und Sex, „einfach nur um zu sehen, ob es noch funktioniert.“ Was für ihn ein bloßer Freundschaftsdienst bleibt, entwickelt sich für sie nach und nach zu einer neuen Liebe.
„Der Geschmack von Rost und Knochen“ lässt sich wohl am ehesten als „brutaler Liebesfilm“ bezeichnen. Fernab kantenloser Charaktere vom Reißbrett stellt Regisseur Jacques Audiard („Ein Prophet“) zwei Figuren in den Mittelpunkt, denen man sich zunächst nur schwer annähern kann: Stéphanie bleibt lange Zeit eine undurchsichtige, von Selbstzweifeln gezeichnete Frau, während Ali selbst seinem Kind stets ruppig, verantwortungslos und distanziert gegenüber tritt. Dass die in traumhaft schöne Bilder eingetauchte Romanze zwischen der Schönen und dem egoistischen Biest trotzdem berührt, mitreißt und begeistert, ist vor allem Cotillard und Schoenaerts zu verdanken, deren Präsenz und intensives Spiel diesen Film zu einem nicht leicht verdaulichen, aber dennoch einprägsamen Ausnahmewerk machen.
Die Blu-ray/DVD bietet den Film in französischer Originalversion und in deutsch synchronisierter Fassung sowie deutsche Untertitel. Als Extras bieten beide Scheiben einen kurzen Clip über die Special Effects im Film, gelöschte Szenen und Trailer. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ erscheint bei Universum Film GmbH und ist seit 19. Juli erhältlich. (Packshot: © Universum Film GmbH)
Ein stilles Paradies im Chaos: Wenn Stéphanie (Marion Cotillard) im Tierpark „Marineland“ vom Beckenrand aus riesige Killerwale wortlos choreografiert, ist von der nervigen Musik und den lärmenden Zuschauern einen Moment lang nichts zu hören. Hier bestimmen kleine Gesten und Zeichen das Geschehen, geprägt von Vertrauen, Liebe und Zuneigung der zierlichen Frau zu ihren Tieren.
Ali (Matthias Schoenaerts) ist eine solche Kommunikation völlig fremd: Der stämmige Kraftprotz arbeitet als Türsteher einer Diskothek und ist ein Mann der wenigen, klaren Worte. Er nutzt seine Hände lieber für illegale Faustkämpfe oder um seinen fünfjährigen Sohn „zu erziehen“. Als Ali Stéphanie eines Abends nach dem Tanzen nach Hause fährt, tauschen sie spontan ihre Nummern aus. Aber erst Wochen später hören sie sich wieder. Depressiv und von einem schweren Arbeitsunfall gezeichnet, hatte Stéphanie den Fremden angerufen. Nun schaut er tatsächlich bei ihr vorbei und erklärt sich bereit, der gehandicapten Frau zu helfen – mit Spaziergängen, Ausflügen ans Meer und Sex, „einfach nur um zu sehen, ob es noch funktioniert.“ Was für ihn ein bloßer Freundschaftsdienst bleibt, entwickelt sich für sie nach und nach zu einer neuen Liebe.
„Der Geschmack von Rost und Knochen“ lässt sich wohl am ehesten als „brutaler Liebesfilm“ bezeichnen. Fernab kantenloser Charaktere vom Reißbrett stellt Regisseur Jacques Audiard („Ein Prophet“) zwei Figuren in den Mittelpunkt, denen man sich zunächst nur schwer annähern kann: Stéphanie bleibt lange Zeit eine undurchsichtige, von Selbstzweifeln gezeichnete Frau, während Ali selbst seinem Kind stets ruppig, verantwortungslos und distanziert gegenüber tritt. Dass die in traumhaft schöne Bilder eingetauchte Romanze zwischen der Schönen und dem egoistischen Biest trotzdem berührt, mitreißt und begeistert, ist vor allem Cotillard und Schoenaerts zu verdanken, deren Präsenz und intensives Spiel diesen Film zu einem nicht leicht verdaulichen, aber dennoch einprägsamen Ausnahmewerk machen.
Die Blu-ray/DVD bietet den Film in französischer Originalversion und in deutsch synchronisierter Fassung sowie deutsche Untertitel. Als Extras bieten beide Scheiben einen kurzen Clip über die Special Effects im Film, gelöschte Szenen und Trailer. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ erscheint bei Universum Film GmbH und ist seit 19. Juli erhältlich. (Packshot: © Universum Film GmbH)
... im Nachgang: „Der große Gatsby“ (Kinostart: 16.05.2013)
Baz Luhrmann wagt sich an eine Vorlage von Fitzgerald, Leonardo DiCaprio an eine Nachfolge von Robert Redford und beide an ihren zweiten gemeinsamen Film. Kann das gut gehen? HIER ein Streitgespräch, das ich für den Kinokalender Dresden führte.
Heimkino-Tipp: „Maniac“ (1980/2012)
In filmischer Hinsicht war das Weihnachtsfest 2012 ein sehr blutiges: Am 27. Dezember mordete sich Elijah Wood als Frank alias Maniac im gleichnamigen Horrorfilm durch die Großstadt und skalpierte seine weiblichen Opfer nach Vollendung, um seine Schaufensterpuppen damit zu schmücken. Pünktlich zur Heimkinoveröffentlichung erscheint nun auch das Original von 1980 noch einmal auf DVD und Blu-ray.
So extrem abstoßend obige Inhaltsangabe klingt, so extrem waren auch die Reaktionen, als Regisseur William Lustig 1980 sein verstörendes Werk vorstellte. Joe Spinell („Der Pate II“, „Rocky“) verkörperte darin einen offensichtlich kranken Mann, der sein heruntergekommenes Appartement nur zur Jagd auf junge Frauen verlässt. Entstanden zur Hochzeit des damals neuen „Slasher“-Genres im Schatten von „Halloween“ (1978) und „Freitag, der 13.“ (1980), verstörte der Film vor allem aus zweierlei Gründen: Der beängstigend-intensiven Darstellung seines Hauptakteurs und dem Verzicht jeglicher ironischer Überzeichnung, die das Gezeigte als gruselig-spannende Unterhaltung hätte entschärfen können. Stattdessen war „Maniac“ eine bedrückende Reise in die kranke Psyche eines Wahnsinnigen, die fieserweise aufgrund der kompromisslosen Inszenierung den Zuschauer zu seinem Komplizen machte.
Franck Khalfoun („P2 – Schreie im Parkhaus“) perfektioniert diesen Aspekt in seiner Neuauflage (kompletter Titel: „Alexandre Ajas Maniac“): Seine Kamera blickt – bis auf eine Szene – ausschließlich vom Standpunkt des Täters auf das Geschehen und zeigt das Gesicht seines Hauptdarstellers nur in Reflektionen oder beim Blick in einen Spiegel. Optisch eine Meisterleistung, verlangt dieser Inszenierungsstil dem Publikum einiges ab. Auch, weil Elijah Wood nach „Sin City“ erneut beweist, dass er ein solches Monster sehr glaubhaft darstellen kann.
Was den Fan erfreut, bereitet den hiesigen Zensurbehörden jedoch schlaflose Nächte – nicht nur aufgrund der Thematik. So ist das Original von 1980 bis heute nur in einer gekürzten Fassung in Deutschland erhältlich und das Remake nur auf Nachfrage, quasi „unter der Ladentheke“, in seiner vollständigen Form zu erhalten (mehr dazu im Infoteil am Ende). Ersteres ist insofern auch aus künstlerischer Sicht bedauerlich, da Effektemeister Tom Savini für das Make-up und die Special Effects im ersten Film zuständig war (er stellt zudem das einzige männliche Opfer dar). Savini ist neben Stan Winston, Rob Bottin und Rick Baker der wohl bedeutendste Maskenbastler der vergangenen 35 Jahre und leistete hier offenbar derart gute Arbeit, dass sich unzählige Kritiker und Besucher 1980 gezwungen sahen, die laufenden Vorstellungen frühzeitig zu verlassen. Ihre deutlichen Worte zu „Maniac“ sind übrigens im Bonusmaterial der nun veröffentlichten DVD/Blu-ray zu finden. Zwar ist die Neuauflage nicht weniger brutal, allerdings sorgte der Film bei weitem nicht für solch Furore wie sein Vorgänger und durfte sogar beim prestigeträchtigen Filmfestival in Cannes gezeigt werden. Nur ein weiteres erfreuliches Beispiel dafür, dass auch der Horrorfilm inzwischen als anspruchsvolle Kunstform akzeptiert wird – außer eben in Deutschland.
„Maniac“ ist einer der seltenen Fälle, bei denen sowohl das Original als auch das Remake ebenbürtig erscheinen. Beide Filme präsentieren interessante/erschreckende Charakterstudien, punkten mit ungewöhnlicher Optik, herausragenden (Haupt-)Darstellerleistungen und atmosphärischer Musikuntermalung. „Maniac“ 2012 wagt zudem behutsame Aktualisierungen im Storyverlauf, ohne das inhaltliche Grundgerüst zu verfälschen und nutzt dabei ebenso zurückhaltend die Möglichkeiten der modernen Digitaltechnik, um den visualisierten Alptraum seines Protagonisten noch zu verstärken. Sicherlich besaß und besitzt „Maniac“ nicht ganz die psychologische Tiefe eines „Taxi Driver“, jenem Meisterwerk von Martin Scorsese aus dem Jahr 1976, das mit Travis Bickle die etwas verständnisvollere Form des geistig labilen Misanthropen präsentiert. Für Fans des anspruchsvollen Horrorfilms sind beide Versionen allerdings sehr zu empfehlen.
„Maniac“ (1980): Die DVD/Blu-ray bietet den gekürzten Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung sowie deutsche Untertitel. Als Bonusmaterial sind ein neueres Interview mit dem Regisseur und einer Darstellerin enthalten sowie diverse Trailer. Zudem sind in einem siebenminütigen Clip diverse harsche Kritiken zusammengestellt. Da der Film bis heute in Deutschland beschlagnahmt ist, ist er lediglich in dieser um etwa fünf Minuten geschnittenen – aber immer noch halbwegs akzeptablen – Fassung erhältlich (siehe Abbildung oben). „Maniac“ erscheint bei Elite Film AG (Ascot Elite) und ist ab 4. Juli erhältlich. (Packshot: © Ascot Elite)
„Alexandre Ajas Maniac“ (2012): Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung sowie deutsche Untertitel. Als Bonusmaterial sind ein Making of, Interviews und diverse Trailer enthalten. Es existiert eine gekürzte Fassung mit der Freigabe „ab 18“ sowie eine ungeschnittene Version mit den Vermerken „Uncut Version“ und „Cinema Extreme“ auf der Coverfront (siehe Abbildung oben). „Alexandre Ajas Maniac“ erscheint bei Elite Film AG (Ascot Elite) und ist seit 21. Mai erhältlich. (Packshot: © Ascot Elite)
So extrem abstoßend obige Inhaltsangabe klingt, so extrem waren auch die Reaktionen, als Regisseur William Lustig 1980 sein verstörendes Werk vorstellte. Joe Spinell („Der Pate II“, „Rocky“) verkörperte darin einen offensichtlich kranken Mann, der sein heruntergekommenes Appartement nur zur Jagd auf junge Frauen verlässt. Entstanden zur Hochzeit des damals neuen „Slasher“-Genres im Schatten von „Halloween“ (1978) und „Freitag, der 13.“ (1980), verstörte der Film vor allem aus zweierlei Gründen: Der beängstigend-intensiven Darstellung seines Hauptakteurs und dem Verzicht jeglicher ironischer Überzeichnung, die das Gezeigte als gruselig-spannende Unterhaltung hätte entschärfen können. Stattdessen war „Maniac“ eine bedrückende Reise in die kranke Psyche eines Wahnsinnigen, die fieserweise aufgrund der kompromisslosen Inszenierung den Zuschauer zu seinem Komplizen machte.
Franck Khalfoun („P2 – Schreie im Parkhaus“) perfektioniert diesen Aspekt in seiner Neuauflage (kompletter Titel: „Alexandre Ajas Maniac“): Seine Kamera blickt – bis auf eine Szene – ausschließlich vom Standpunkt des Täters auf das Geschehen und zeigt das Gesicht seines Hauptdarstellers nur in Reflektionen oder beim Blick in einen Spiegel. Optisch eine Meisterleistung, verlangt dieser Inszenierungsstil dem Publikum einiges ab. Auch, weil Elijah Wood nach „Sin City“ erneut beweist, dass er ein solches Monster sehr glaubhaft darstellen kann.
Was den Fan erfreut, bereitet den hiesigen Zensurbehörden jedoch schlaflose Nächte – nicht nur aufgrund der Thematik. So ist das Original von 1980 bis heute nur in einer gekürzten Fassung in Deutschland erhältlich und das Remake nur auf Nachfrage, quasi „unter der Ladentheke“, in seiner vollständigen Form zu erhalten (mehr dazu im Infoteil am Ende). Ersteres ist insofern auch aus künstlerischer Sicht bedauerlich, da Effektemeister Tom Savini für das Make-up und die Special Effects im ersten Film zuständig war (er stellt zudem das einzige männliche Opfer dar). Savini ist neben Stan Winston, Rob Bottin und Rick Baker der wohl bedeutendste Maskenbastler der vergangenen 35 Jahre und leistete hier offenbar derart gute Arbeit, dass sich unzählige Kritiker und Besucher 1980 gezwungen sahen, die laufenden Vorstellungen frühzeitig zu verlassen. Ihre deutlichen Worte zu „Maniac“ sind übrigens im Bonusmaterial der nun veröffentlichten DVD/Blu-ray zu finden. Zwar ist die Neuauflage nicht weniger brutal, allerdings sorgte der Film bei weitem nicht für solch Furore wie sein Vorgänger und durfte sogar beim prestigeträchtigen Filmfestival in Cannes gezeigt werden. Nur ein weiteres erfreuliches Beispiel dafür, dass auch der Horrorfilm inzwischen als anspruchsvolle Kunstform akzeptiert wird – außer eben in Deutschland.
„Maniac“ ist einer der seltenen Fälle, bei denen sowohl das Original als auch das Remake ebenbürtig erscheinen. Beide Filme präsentieren interessante/erschreckende Charakterstudien, punkten mit ungewöhnlicher Optik, herausragenden (Haupt-)Darstellerleistungen und atmosphärischer Musikuntermalung. „Maniac“ 2012 wagt zudem behutsame Aktualisierungen im Storyverlauf, ohne das inhaltliche Grundgerüst zu verfälschen und nutzt dabei ebenso zurückhaltend die Möglichkeiten der modernen Digitaltechnik, um den visualisierten Alptraum seines Protagonisten noch zu verstärken. Sicherlich besaß und besitzt „Maniac“ nicht ganz die psychologische Tiefe eines „Taxi Driver“, jenem Meisterwerk von Martin Scorsese aus dem Jahr 1976, das mit Travis Bickle die etwas verständnisvollere Form des geistig labilen Misanthropen präsentiert. Für Fans des anspruchsvollen Horrorfilms sind beide Versionen allerdings sehr zu empfehlen.
„Maniac“ (1980): Die DVD/Blu-ray bietet den gekürzten Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung sowie deutsche Untertitel. Als Bonusmaterial sind ein neueres Interview mit dem Regisseur und einer Darstellerin enthalten sowie diverse Trailer. Zudem sind in einem siebenminütigen Clip diverse harsche Kritiken zusammengestellt. Da der Film bis heute in Deutschland beschlagnahmt ist, ist er lediglich in dieser um etwa fünf Minuten geschnittenen – aber immer noch halbwegs akzeptablen – Fassung erhältlich (siehe Abbildung oben). „Maniac“ erscheint bei Elite Film AG (Ascot Elite) und ist ab 4. Juli erhältlich. (Packshot: © Ascot Elite)
„Alexandre Ajas Maniac“ (2012): Die DVD/Blu-ray bietet den Film in deutsch synchronisierter und englischer Originalsprachfassung sowie deutsche Untertitel. Als Bonusmaterial sind ein Making of, Interviews und diverse Trailer enthalten. Es existiert eine gekürzte Fassung mit der Freigabe „ab 18“ sowie eine ungeschnittene Version mit den Vermerken „Uncut Version“ und „Cinema Extreme“ auf der Coverfront (siehe Abbildung oben). „Alexandre Ajas Maniac“ erscheint bei Elite Film AG (Ascot Elite) und ist seit 21. Mai erhältlich. (Packshot: © Ascot Elite)
Abonnieren
Posts (Atom)





.jpg)
.jpg)